Eine Trennfolie ist der Teil eines Etiketts oder Klebebands, über den niemand spricht – bis sie versagt. Wenn sie sich zu schwer ablösen lässt, kommt es zu einem Stau in Ihrem Applikator. Wenn sie sich zu leicht ablösen lässt, lösen sich die Etiketten von der Rolle. Wenn die Silikonschicht ungleichmäßig ist, produziert die Verarbeitungsanlage Ausschuss. Die Trägerfolie sieht zwar aus wie eine Wegwerfunterlage, entscheidet aber darüber, ob das gesamte selbstklebende Produkt einwandfrei läuft.
Wir beschichten und verarbeiten Trennpapier für Kunden aus den Bereichen Etiketten, Klebebänder und Industrie – daher ist dieser Leitfaden aus Sicht der Produktion verfasst. Er behandelt die eigentliche Funktion einer Trennfolie, die verfügbaren Substratarten, die Funktionsweise von Silikon und Trennkraft sowie die Spezifikationen, die Sie festlegen sollten, bevor Sie sich für eine Rolle entscheiden.
Was ein Trennpapier ist und wozu es dient
Eine Trennfolie ist eine mit einem Trennmittel – fast immer Silikon – beschichtete Papier- oder Folienunterlage, auf der ein Klebstoff haften kann und sich anschließend sauber ablösen lässt. Ihre Aufgabe besteht darin, den Klebstoff während der Lagerung und Handhabung zu schützen und ihn dann beim Auftragen des Produkts mit einer kontrollierten, vorhersehbaren Kraft freizugeben.
Die Begriffe „Trennfolie“, „Trennpapier“ und „Silikon-Trennpapier“ werden oft synonym verwendet. Dabei gibt es einen deutlichen Unterschied. Trennpapier kann mit einfacheren Mitteln wie Wachs oder Polyethylen beschichtet werden und eignet sich für leichte Trennaufgaben. Silikon-Trennfolien verfügen über eine ausgehärtete Silikonbeschichtung, die eine bessere Hitzebeständigkeit, eine sauberere Ablösung und eine weitaus gleichmäßigere Leistung bei der industriellen Weiterverarbeitung bietet. Für die meisten Etiketten- und Klebebandanwendungen ist Silikon der Standard.
Papiersubstrate: Glassine, SCK, CCK, PCK
Das Substrat ist das Trägerpapier unter dem Silikon und bestimmt die Glätte, die Festigkeit sowie das Verhalten der Trennfolie auf einer Hochgeschwindigkeitsanlage. Dies sind die vier Faktoren, die Ihnen am häufigsten genannt werden.
| Substrat | Was es ist | Stärken | Typische Anwendung |
| Glassine | Dichtes, glattes, superkalandriertes Papier | Sehr glatte Oberfläche, liegt flach auf, lässt sich sauber ablösen | Etiketten, Grafik, Medizin |
| SCK (superkalandriertes Kraftpapier) | Kalandriertes Kraftpapier für eine feste, glatte Oberfläche | Stark, enge Toleranz, gut geeignet für das Stanzen | Etikettenbogen, Klebeband |
| CCK (tonbeschichtetes Kraftpapier) | Kraftpapier mit einer Tonbeschichtung unter der Silikonschicht | Glatte Beschichtungsgrundlage, langlebig, formstabil | Klebebänder, Industrie, Verbundwerkstoffe |
| PCK (polybeschichtetes Kraftpapier) | Kraftpapier mit einer Polyethylen-Schicht | Feuchtigkeitsbeständigkeit, strapazierfähigere Auskleidung | Anspruchsvolle oder feuchte Umgebungen |
Folien-Trägermaterialien (PET, PP, PE, BOPP) sind die richtige Wahl, wenn extreme Transparenz, Formstabilität oder eine sehr geringe Dicke gefragt sind. Papier-Trägermaterialien punkten hingegen bei den Kosten, der Bedruckbarkeit und der festen Haptik, die ein zuverlässiges Stanzen und Kiss-Cutting ermöglicht.
Silikon, Ablösekraft und differentielle Ablösung
Die Silikonbeschichtung entscheidet darüber, ob die Antihaftwirkung gut oder schlecht ist. Drei Faktoren spielen dabei die größte Rolle.
Loslasskraft
Dies gibt an, wie stark der Klebstoff ziehen muss, um sich von der Trägerfolie zu lösen; dieser Wert wird in der Regel in Gramm pro Zoll angegeben. Ist der Wert zu hoch, lässt sich der Applikator nur schwer handhaben oder die Etiketten reißen. Ist er zu niedrig, lösen sich die Etiketten bereits auf der Rolle. Der richtige Wert hängt von Ihrem Klebstoff und der Art der Anbringung ab – ob von Hand oder mit einer Hochgeschwindigkeitsmaschine.
Einseitige vs. beidseitige Beschichtung
Ein einseitig beschichtetes Trägermaterial ist auf einer Seite mit Klebstoff versehen. Ein doppelseitig beschichtetes Trägermaterial lässt sich auf beiden Seiten abziehen, was für Transferbänder und Klebefolien ohne Trägermaterial erforderlich ist.
Differenzierte Freisetzung
Hierbei handelt es sich um eine doppelseitige Trennfolie mit bewusst unterschiedlicher Ablösekraft auf jeder Seite – einer Seite mit leichter Ablösung und einer Seite mit fester Ablösung. Sie steuert die Abrollreihenfolge bei Transferbändern und mehrschichtigen Konstruktionen, sodass der Klebstoff genau dort landet, wo Sie ihn haben möchten. Wenn Sie ein Transferband oder eine beidseitig beschichtete Konstruktion verarbeiten, ist die unterschiedliche Ablösekraft in der Regel das entscheidende Kriterium für den Erfolg oder Misserfolg des Produktionslaufs.
GSM und Caliper: Die richtige Auswahl der Auskleidung für die Produktionslinie
Trägerpapiere aus Papier haben üblicherweise ein Flächengewicht von etwa 35 bis 160 GSM. Leichtere Trägerpapiere eignen sich für dünne Deckschichten und eng gewickelte Rollen. Schwerere Trägerpapiere bieten die nötige Steifigkeit für sauberes Stanzen und das Ablösen der Matrize.
Die Dicke ist ebenso wichtig wie das Gewicht. Beim Stanzen und Kiss-Cutting sind enge Dickentoleranzen erforderlich, damit die Schnitttiefe über die gesamte Bahn hinweg gleichmäßig bleibt. Ein Trägermaterial mit schwankender Dicke führt zu ungleichmäßigen Schnitten und Ertragsverlusten. Genau hier liegen die Kosten, die billige Trägermaterialien Ihnen in der Weiterverarbeitung unbemerkt verursachen.
Wo Trennfolien zum Einsatz kommen
Die Anwendung bestimmt jede Entscheidung hinsichtlich der technischen Daten – wählen Sie daher die Auskleidung entsprechend der jeweiligen Aufgabe aus.
- Etiketten und Aufkleber – Der häufigste Anwendungsbereich. Pergaminpapier oder SCK mit einer auf den Applikator abgestimmten Ablösekraft.
- Klebebänder und Transferbänder – beidseitig oder einseitig ablösbar, häufig auf CCK oder SCK.
- Medizin und Hygiene – Saubere, gleichmäßige Ablösung für die Wundversorgung und die Montage von Medizinprodukten, häufig aus Pergaminpapier.
- Verbundwerkstoffe und Industrie – Robustere Auskleidungen, die dem Schichten und der Weiterverarbeitung standhalten.
- Bauwesen und Dachdeckerhandwerk — Selbstklebende Membranen, für die nach der Herstellung eine wieder aufrollbare Schutzfolie benötigt wird.
Die technischen Daten, die Sie vor der Bestellung überprüfen sollten
Geben Sie diese Liste Ihrem Lieferanten, dann vermeiden Sie die meisten Probleme mit der Trennfolie.
- Substrat — Glassine, SCK, CCK, PCK oder Folie, je nach den Anforderungen an Glätte und Festigkeit.
- Beschichtungsseiten – einseitig, beidseitig oder differenzierte Trennschicht.
- Soll-Abzugskraft – Geben Sie den Wert an oder beschreiben Sie den Klebstoff und die Auftragsgeschwindigkeit, damit die Kraft entsprechend angepasst werden kann.
- GSM und Messschieber – Passen Sie diese Werte an Ihr Ausgangsmaterial und Ihre Stanztoleranz an.
- Breite und Rollengröße – Bitte geben Sie die Schneidbreite und die Kerngröße für Ihre Anlage an.
- Bedruckbarkeit – Falls die Trägerfolie zu Branding-Zwecken oder zur Anbringung von Anweisungen bedruckt werden soll, vergewissern Sie sich, dass die Oberfläche für Ihre Tinte geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Trennpapier und einer Trennfolie?
„Trennfolie“ ist der Oberbegriff für alle Trägermaterialien, die mit einer Beschichtung versehen sind, um den Klebstoff abzulösen. Der Begriff „Trennpapier“ bezieht sich häufig speziell auf Trägermaterialien auf Papierbasis. Silikon-Trennfolien verwenden eine ausgehärtete Silikonbeschichtung, die eine sauberere und hitzebeständigere Ablösung ermöglicht als Wachs oder Polyethylen.
Welches Trägermaterial ist besser – Pergamin oder SCK?
Glassine wird wegen seiner sehr glatten Oberfläche und seiner guten Planlage geschätzt und findet häufig in Etiketten und medizinischen Anwendungen Verwendung. SCK ist fester und zeichnet sich durch eine strenge Dicke-Kontrolle aus, was beim Stanzen und bei der Klebebandherstellung von Vorteil ist. Die beste Wahl hängt davon ab, ob Sie mehr Wert auf Oberflächenglätte oder auf Festigkeit legen.
Welchen GSM-Wert sollte eine Trennfolie haben?
Papierunterlagen haben in der Regel ein Flächengewicht von etwa 35 bis 160 GSM. Leichtere Sorten eignen sich für dünne Etiketten und enge Rollen, schwerere Sorten für präzises Stanzen und eine stabilere Handhabung.
Was ist eine differenzierte Freigabe und wann benötige ich sie?
Unter „differenzierter Ablösung“ versteht man, dass sich jede Seite einer beidseitig beschichteten Trägerfolie bei einer unterschiedlichen Kraft ablöst. Dies ist bei Transferbändern und mehrschichtigen Klebstoffkonstruktionen erforderlich, bei denen die Abwickelreihenfolge gesteuert werden muss.
Können Trennfolien bedruckt werden?
Ja. Viele Papierauskleidungen lassen sich mit Markenzeichen, Chargennummern oder Anwendungshinweisen bedrucken. Vergewissern Sie sich, dass die beschichtete Oberfläche für Ihr Farbsystem geeignet ist.